Prototherapie Leipzig nach Joachim Winter

Seit Monaten oder Jahren dieselben Schmerzen, und bisher hat nichts anhaltend geholfen. Ich suche mit Ihnen zusammen erst nach den Ursachen, bevor ich behandle.

1. Wenn Sie schon viel hinter sich haben

Behandlungen, die kurz geholfen und dann doch nichts geändert haben. Oder die Auskunft, dass sich nichts finden lässt. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, fangen wir noch einmal von vorn an.

Vielleicht bringen Sie einen dicken Ordner mit. Befunde, MRT-Bilder, Therapieberichte, oft über Jahre. Krankengymnastik, Spritzen, Einlagen, Rückenschule, vielleicht eine Reha oder eine Operation. Manches hat für ein paar Wochen geholfen. Dann war es wieder da.

Irgendwann fällt dann ein Wort, das ich nicht mag: austherapiert. Es klingt, als sei der Mensch das Problem. Ich verstehe darunter etwas anderes: Was bisher probiert wurde, hat an dieser Stelle nicht gegriffen.

Oder Sie kennen den umgekehrten Fall. Das Bild ist unauffällig, die Werte sind in Ordnung, und trotzdem tut es jeden Tag weh. Wer mehrfach gehört hat, dass sich nichts finden lässt, zweifelt irgendwann an sich selbst.

Eins möchte ich dazu gleich hier sagen. Dass sich auf einem Bild nichts zeigt, heißt nicht, dass Sie sich etwas einbilden. Bildgebung zeigt Struktur. Wie Sie sich bewegen, welche Gelenke ihr Spiel verloren haben, wo Sie ausweichen, sieht man auf keinem MRT. Untersuchen kann ich es trotzdem.


2. Warum ich zuerst suche und dann behandle

Beschwerden melden sich nach meiner Erfahrung oft nicht dort, wo sie entstehen. Ich sehe Knie, die schmerzen, weil der Fuß seit einem alten Umknicken anders abrollt. Schultern, die blockieren, weil die Brustwirbelsäule kaum noch Bewegung zulässt. Ein Becken, das seit einer Operation schont und die Statik bis hinauf in den Nacken verändert.

Wenn jemand seit Monaten oder Jahren Schmerzen hat, stelle ich mir deshalb zwei Fragen nebeneinander:

Wo hat es angefangen? Welcher Auslöser, welche Verletzung, welche Fehlbelastung steht am Anfang der Kette.

Was hält es heute aufrecht? Welche Bewegungseinschränkungen, Ausweichmuster oder Belastungslücken sorgen dafür, dass die Beschwerde nicht zur Ruhe kommt.

Bei frischen Beschwerden fallen beide Antworten meist zusammen. Bei langen Verläufen selten. Aus meiner Sicht liegt darin der Grund, warum die Suche dann mehr Zeit braucht als sonst.

Denn Schmerz, der lange bleibt, verändert sich. Das Warnsystem des Körpers wird empfindlicher und schlägt früher an. Bewegungen werden vermieden, Schonhaltungen werden zur Gewohnheit, Muskeln und Gelenke verlieren an Belastbarkeit. Und die geringere Belastbarkeit erzeugt dann selbst wieder Beschwerden. So entsteht ein Kreis, der sich vom ursprünglichen Auslöser gelöst haben kann. Diesen Kreis versuche ich zu verstehen, bevor ich die Hände anlege.

Für diese Analyse nehme ich mir rund 50 Minuten. Der Befund steht bei mir deshalb vor der Behandlung.


3. Was Prototherapie ist und wie ich damit arbeite

Die Prototherapie nach Joachim Winter habe ich 2011 bei Physiologic in Köln gelernt. Sie ist ein ganzheitlich ausgerichtetes Behandlungskonzept aus der Integralen Physikalischen Therapie und gibt mir vor allem eine Struktur für diese Suche. Ich betrachte den Körper dabei als zusammenhängendes System, in dem eine Region die andere beeinflusst.

Dazu gehört auch eine Einschränkung. Die Prototherapie ist ein erfahrungsbasiertes Konzept, ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht abschließend untersucht. Ich arbeite damit, weil sie mir bei der Analyse hilft. Sie leistet nichts, was andere Verfahren nicht könnten.

So läuft der erste Termin ab:

Zuerst höre ich mir Ihre Geschichte an, und zwar die ganze. Wann es angefangen hat, wie es sich verändert hat, was hilft und was schlimmer macht, wie der Schlaf ist, welche Bewegungen Sie inzwischen meiden. Dazu alle Operationen und Verletzungen, auch die, die Sie längst abgehakt haben. Alte Sprunggelenksverletzungen, Narben nach Bauch-OPs, ein Sturz vor fünfzehn Jahren. Nach längeren Zahnbehandlungen frage ich ebenfalls, weil sich Veränderungen am Kiefergelenk bis in Nacken und Rücken auswirken können. Bringen Sie Ihre Unterlagen mit, ich sehe sie mir an.

Danach schaue ich mir an, wie Sie stehen, wie Sie gehen, wie sich Ihre Gelenke bewegen. Ich taste, ich prüfe Bewegungsausmaße, ich vergleiche Seiten. Dabei sehe ich mir ausdrücklich auch Regionen an, die Ihnen gerade keine Beschwerden machen.

Am Ende sage ich Ihnen, was ich gefunden habe und wie ich es einordne. Zeichnet sich ein Zusammenhang ab, erkläre ich ihn Ihnen so, dass Sie ihn nachvollziehen können. Zeichnet sich keiner ab, sage ich Ihnen auch das.

Wenn es passt, beginne ich noch in derselben Sitzung mit der Behandlung. Ich mobilisiere die betroffenen Gelenke von Hand, ähnlich wie in der Manuellen Therapie, arbeite am umgebenden Gewebe und gebe Ihnen Übungen für zu Hause mit. Die zielen darauf, Ihre Belastbarkeit Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Wenn dafür später mehr Struktur sinnvoll ist, können wir gerätegestützt mit dem Miroxx Training weiterarbeiten.


4. Was ich Ihnen nicht verspreche

Sie haben vermutlich schon oft gehört, dass jetzt etwas besser wird. Deshalb sage ich Ihnen lieber, was ich nicht zusagen kann.

  • Ich kann Ihnen nicht zusagen, dass ich eine Ursache finde. Manchmal zeigt sich ein klarer Zusammenhang. Bei langen Verläufen sind es häufiger mehrere Faktoren, die zusammenwirken. Und manchmal finde ich nichts, woran ich sinnvoll ansetzen kann.
  • Ich kann Ihnen nicht zusagen, dass Ihre Schmerzen verschwinden. Wie ein Körper reagiert, lässt sich vorher nicht berechnen, bei chronischen Verläufen schon gar nicht.
  • Ich behandle nicht auf Verdacht weiter. Wenn sich nach drei bis vier Behandlungen nichts bewegt, spreche ich das an. Dann überlegen wir gemeinsam, ob ich den Ansatz ändere oder ob ein anderer Weg besser ist. Bei chronischen Schmerzen kann das eine multimodale Schmerztherapie sein, in der mehrere Fachrichtungen zusammenarbeiten. Ich habe kein Interesse daran, Ihnen Termine zu verkaufen, die Ihnen nichts bringen.

Zusagen kann ich Ihnen eine gründliche und ergebnisoffene Untersuchung, eine ehrliche Einordnung und die Zeit, die das braucht.


5. Wann Sie zuerst ärztlich abklären lassen sollten

Bitte gehen Sie zuerst zum Arzt, wenn Beschwerden neu und heftig auftreten, wenn Kraft oder Gefühl in Arm oder Bein nachlassen, wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren, Fieber haben oder Ihnen nachts der Schmerz den Schlaf nimmt. Solche Zeichen gehören medizinisch abgeklärt, bevor ich physiotherapeutisch arbeite. Das gilt auch, wenn Sie über die sektorale Heilpraktikererlaubnis ohne Rezept zu mir kommen.


6. Für wen das infrage kommt

  • Menschen mit chronischen Schmerzen an Rücken, Gelenken oder Muskulatur, die seit Monaten oder Jahren bestehen
  • Beschwerden, die trotz mehrerer Therapien immer wiederkommen
  • Schmerzen, für die sich kein eindeutiger Befund finden lässt
  • Bewegungseinschränkungen, die sich über Jahre entwickelt haben
  • Menschen, die nach einer Operation oder Verletzung nicht mehr in ihre alte Bewegung zurückgefunden haben
  • Alle, die vor der nächsten Behandlungsserie erst einmal verstehen möchten, woran sie sind

Beispielhafter Verlauf

Beispiel, kein konkreter Patientenfall. Verläufe sind individuell sehr verschieden.

Eine Patientin kommt wegen Hüftbeschwerden, die seit drei Jahren bestehen. Bildgebung unauffällig, mehrere Behandlungsserien ohne anhaltende Veränderung. Im Gespräch kommt eine Sprunggelenksverletzung aus der Jugend zur Sprache, die sie selbst längst nicht mehr für relevant hielt. Im Befund zeigt sich das Sprunggelenk deutlich bewegungseingeschränkt, das Gangbild ist auf dieser Seite verändert. Damit hatte ich einen Ansatzpunkt und eine begründete Richtung für die nächsten Behandlungen.


FAQ

Mein MRT ist unauffällig. Bilde ich mir den Schmerz ein? Nein. Bildgebung zeigt Struktur, nicht Funktion. Bewegungseinschränkungen, Ausweichmuster und verlorene Belastbarkeit sind auf einem Bild nicht zu sehen. Untersuchen lassen sie sich trotzdem, und genau darauf zielt meine Befundaufnahme.

Ich habe schon so viel probiert. Warum sollte das hier anders sein? Vielleicht ist es das nicht. Ich nehme mir mehr Zeit für die Analyse und sehe mir auch Regionen an, die gerade nicht weh tun. Am Verfahren selbst liegt es nicht. Ob sich daraus etwas ergibt, sehen wir nach dem ersten Termin. Und wenn nicht, sage ich Ihnen das.

Wie viele Termine brauche ich? Das kann ich nach dem ersten Termin besser einschätzen als vorher. Bei langen Verläufen plane ich zunächst drei bis vier Behandlungen und ziehe dann gemeinsam mit Ihnen Zwischenbilanz.

Ich bin bereits in schmerztherapeutischer Behandlung. Passt das zusammen? In der Regel ja. Sagen Sie mir, wer Sie betreut und was dort läuft, dann stimme ich meine Behandlung darauf ab.

Brauche ich ein Rezept? Nein. Als sektorale Heilpraktikerin im Bereich Physiotherapie darf ich Sie ohne ärztliche Verordnung befunden und behandeln. Mit Privatrezept geht es selbstverständlich auch.

Was kostet die Behandlung, und zahlt meine Versicherung? Der Erstkontakt mit der ausführlichen Analyse dauert 50 Minuten und kostet 90 €. Eine Folgebehandlung dauert 30 Minuten und kostet 52,10 €. Alle Positionen finden Sie auf der Seite Preise. In meiner Privatpraxis bezahlen Sie direkt selbst. Ob Ihre private Krankenversicherung, Beihilfe oder Zusatzversicherung die Kosten ganz oder teilweise erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab. Bitte klären Sie das vorab mit Ihrer Versicherung. Mit gesetzlichen Krankenkassen rechne ich nicht ab.

Was soll ich mitbringen? Ihre Befunde und Arztberichte, gern auch ältere. Bequeme Kleidung. Und Zeit, für den Erstkontakt sind 50 Minuten eingeplant.

Diese Leistung biete ich an für: Privatpatienten und Selbstzahler. Untersuchung und Behandlung ohne Rezept, auf Basis der sektoralen Heilpraktikererlaubnis.

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